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Sagen
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Über die Gemeinde Rüdlingen gibt es einige Sagen. Gerne geben wird Ihnen ein paar Bespiele der schaurigen Geschichten aus der alten Zeit bekannt.

Das steinerne Kreuz bei Rüdlingen

Um die Zeit der Reformation, etwa im Jahr 1530, lebten in Rüdlingen zwei reiche Brüder, Simmler zum Geschlecht. Der eine von ihnen nahm die reformierte Lehrer an, während der andere dem Glauben seiner Voreltern treu blieb. Der letztere nahm sich, wie mehrere andere, vor, er wolle mit seiner Familie auswandern und sich irgendwo im Badischen oder im Unterland sesshaft machen. Gesagt, getan. Sein Bruder, der Reformierte, begleitete den Scheidenden noch eine Strecke weit den Graben hinauf, bis an die Stele, die jetze "zum steinernen Kreuz" heisst. An der Kreuzstrasse, wo die Wege nach vie verschiedenen Richtungen auseinander gehen, standen sie miteinander stille. Hier gruben sie einen Stein  mit einem roh ausgehauenen Kreuz in den Boden. Über dem Kreuz gaben sie sich die Hände zum Abschied und tranken noch eins  miteinander. Die Trennung ging ihnen zu Herzen, so dass sie zu weinen anfingen und einander umarmten. Da machten sie noch miteinander aus, sie sollen als treue Brüder alle Jahre bei dem Kreuz zusammenkommen, zum Andenken an diesen traurigen Tag. Der katholische Bauer liess sich auf dem  Altföhrenhof nieder, von wo aus man das steinerne Kreuz mit scharfen Augen noch erblicken kann. Die Simmler in Nack sollen von ihm abstammen.

Vor mehreren Jahren habe man beim Marksteinsetze den Stein aus dem Boden graben wollen. Aber demjenigen, der ihn ausheben wollte, seien drei Tropfen Blut aus der Nase auf den Stein gefallen, und vor Schrecken habe man den Stein an seiner Stelle gelassen. Auch habe es niemand mehr gewagt, etwas daran zu machen.

Das Stammpichtier

Im "Stammpich" hörte man hie und da ein Tier herumrumoren, das die Leute erschreckte und beunruhigte, das man aber  nie zu sehen bekam. Anna Simmler, die dort in der Nähe wohnte - a der Halde hine - erzählte mir ihre erste Begegnung: Sie ging einst spät in der Nacht vom Dorf her nach Hause. Wie sie beim Mühleweg in die "hinteren Reben" kam, hörte sie ganz nahe ein Geräusch, als ob ein Stück Vieh schnaufend mit der Hals- oder Chripfkette "umetrappe" würde. Sie glaubte, das Tier sei "abgekommen" und aus dem Stall entwichen, konnte es aber in der Dunkelheit nicht sehen. Sie eilte  heim und weckte den Mann. Beide gingen mit der Laterne zurück, beide hörten das Schnaufen, Herumtrappen und Kettenklirren, sie sahen und fanden aber nichts. Erst jetzt kam ihnen in den Sinn, dass sie dem "Stammpichtier" begegnet waren. Leute im Hinterdorf glauben, wie Abraham Gehring, Forstverwalter, berichtete, das Tiergespenst zeige jeweils eine Wetteränderung an. 

S'Güllejümpferli

Eine weisse, weibliche Gestalt, wie es sie auch auf dem Biret schon gesehen wurde, erscheine den späten Heimkehrern auch in der Gülle beim Hexenplatz. Wer zur mitternächtlichen Stunde dort die weisse Erscheinung sehe und in ihrer Anwesenheit rede, dem lege sie die Hand auf die Schulter und prophezeie für die nächste Woche eine Beerdigung. Auch wer sich am grossen Stein in der Nähe zu schaffen mache - darunter soll ein Zigeunerkind begraben sein - dem erscheine das Güllenjümpferli ebenfalls und gebe ihm den gleichen Bescheid.